Thurgauer Technologietag kompakt

Forschung und Knowhow für KMU

29.03.2021 | MARTIN SINZIG

Digitale Technologien gezielter nutzen, Industrieprojekte mit der OST (Ostschweizer Fachhochschule) voranbringen und dank der Empa St. Gallen eine Brücke zur Grundlagenforschung bauen. Diese Aspekte hat der «Thurgauer Technologietag kompakt» vermittelt.

/documents/56164/16708896/Stopper1/324bb3c1-deac-46d6-8b2e-0c53d5098bf6?t=1618907196930
Präsentierten sich am «Thurgauer Technologietag kompakt»: Die drei neuen Experten des Thurgauer Technologieforums Lothar Ritter, René Rossi und Thomas C. Ahlburg. Bild: Martin Sinzig

125 Personen haben die Online-Veranstaltung am Freitag, 26. März 2021, verfolgt, die vom Thurgauer Technologieforum ausgerichtet worden war. Die Expertenkommission, getragen von den Thurgauer Wirtschaftsverbänden sowie von den kantonalen Ämtern für Wirtschaft und Arbeit und für Mittel- und Hochschulen, will Thurgauer Unternehmen mit Bildung und Forschung in der ganzen Ostschweiz vernetzen.

Ahlburg: Potenzial nutzen

Praktische Impulse und Anregungen lieferten drei neue Experten, die das seit über 20 Jahren aktive Fachgremium verstärkt haben, mit Beispielen aus ihrer Tätigkeit. Thomas C. Ahlburg, Senior Advisor Stadler Rail und viele Jahre in führender Funktion im Unternehmen aktiv, ermunterte dazu, digitale Technologien in den KMU zu nutzen. Viel Potenzial liege bereits darin, einzelne Produkte und Produktionsschritte besser zu gestalten oder Leistungen zu ergänzen.

Eine Anlagenbauerin beispielsweise habe Ersatzteildaten kundenfreundlich auf einer Plattform verfügbar gemacht und damit erheblichen Kundenutzen geschaffen. Eine Kanalreinigungsfirma habe einen Roboter mit einem Geodatensystem verbunden und damit ein zusätzliches Angebot geschaffen. Bei der Stadler AG könnten dank eines Laserscanning-Systems grössere Bauteile hochpräzise ausgemessen werden, ohne sie aus dem Produktionsprozess zu nehmen.

Ritter: Direkt zur Forschung

Zusammen mit der Industrie den Weg zu neuen Lösungen und Innovationen finden: Diese Mission habe die neuformierte OST Ostschweizer Fachhochschule, die aus dem Zusammenschluss der bisher unabhängigen Hochschulen in St. Gallen, Buchs und Rapperswil entstanden ist. Die Kompetenzen der drei Standorte seien nun übergreifend und direkt verfügbar, das Potenzial reichhaltiger geworden,  verkündete Lothar Ritter, Professor und Departementsleiter Technik der OST.

Allein dieses Departement mit seinen 520 Mitarbeitenden realisiere Forschungsprojekte im Umfang von jährlich rund 55 Millionen Franken. Eine verbesserte Erdsonde, elektrotechnische Hardware für ein Zahlungsabwicklungssystem, ein autonomer Ein-Achs-Mäher, ein extrem realitätsnaher Heliktopterflugsimulator, ein System für die Nachverfolgbarkeit von Kunststoffteilen oder etwa eine Power-to-Gas-Anlage nannte Ritter als Beispiele, und aus zwei dieser Fälle seien erfolgreiche Spinoffs entstanden.

Rossi: Modelle für Menschen

Als Brückenbauer zur Grundlagenforschung versteht René Rossi seine Tätigkeit. Er leitet die Empa-Abteilung «Biomimetic Membranes and Textiles» in St. Gallen und ist zudem an der ETH Zürich als Lehrbeauftragter am Departement Gesundheitswissenschaften und Technologie tätig. Als Teil der COVID-19 Science Task Force des Bundes ist Rossi mit der Weiterentwicklung von Schutz- und Atemmasken betraut.

In St. Gallen stehen vor allem die Wechselwirkungen zwischen Materialien und dem menschlichen Körper im Fokus. Dabei werden zum Beispiel Modelle entwickelt, die bei der Entwicklung von Schmerztherapien bei Krebs helfen. Zusammen mit dem Kantonsspital St. Gallen wurde etwa eine App entwickelt, die hilft, solche Therapien zu optimieren. Die Forschung reicht weiter bis zu Simulationen, die Erkenntnisse liefern sollen, wie Früchte schonender transportiert werden können.

Neu: Innovationscoaching vom Technologieforum

Seit vielen Jahren engagiert sich das Thurgauer Technologieforum nicht nur als Netzwerk zwischen Forschung, Bildung und Industrie, sondern es bietet auch konkrete Dienstleistungen an. Neu lanciert wird ein Innovationscoaching mit kantonalen Fördergeldern. Nach einem Erstgespräch werden das mögliche Vorgehen formuliert und ein Antrag gestellt. Anschliessend begleiten Berater des Thurgauer Technologieforums den Umsetzungsprozess. Detailliertere Informationen finden Sie hier.

 


Redaktion / Medienkontakt

Follow us